RCM-Eifel-Rallye historische Grundlage der Eifel Classics
Revival®
Ende der 50er Jahre war der
Grenzlandring, jene ultraschnelle Rennstrecke rund um die Stadt Wegberg, bereits Erinnerung. Die Rheydter Motorsportler
hatten sich längst anderen sportlichen Aufgaben zugewandt. Orientierungs- - und Geschicklichkeitsfahrten sowie
Ausfahrten mit Kriegsversehrten bestimmten das Programm. Da bei diesen Wettbewerben die
Zuverlässigkeit und die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Vordergrund standen, wurde der
Ruf nach einer sportlicheren Variante laut.
1958 fand die erste
RCM - Eifel - Rallye statt. Nach dem Start in Rheydt ging es mit einer Orientierungsfahrt als Verbindungsetappe zum
Nürburgring. Dort wurden verschiedene Sonderprüfungen absolviert, bevor die
Veranstaltung mit einer Nachtorientierungsfahrt zurück nach Rheydt abgeschlossen wurde. Die Siegerehrung
fand in der Stadthalle statt. Ausdrücklich gelobt wurde die exakte
Einhaltung des Zeitplans und die schnelle Auswertung der Ergebnisse gleich
nach Beendigung der Sonderprüfungen.
Schnell etablierte sich die
RCM - Eifel - Rallye bei den Sportfahrern als feste Größe. Bereits 1962 erhält die Veranstaltung den Internationalen
Status durch die Oberste Nationale Sportbehörde ( ONS ), heute Deutscher Motorsport Bund (
DMSB ). Dadurch und mit der Ausschreibung als Lauf zur Deutschen
Rallye - Meisterschaft ist die jetzt Internationale RCM - Eifel - Rallye
die größte Rallye - Veranstaltung am
Niederrhein. Die Ergebnisse wurden außerdem gewertet für die Sportabzeichen aller großen Deutschen Motorsport verbände: AvD, ADAC
und DMV . Selbst 30 Jeeps der
Bundeswehr waren am Start. Sie kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik
und fuhren um den Pokal der ONS.
Die Streckenlänge mit
über 1000 Kilometer stellte die Teilnehmer vor eine große
Herausforderung. Der Geschwindigkeitsdurchschnitt für die
Orientierungsfahrten mutet mit nur 50 km/h aus heutiger Sicht relativ gering an, war
aber auf teilweise abenteuerlichen Nebenstraßen der Eifel und bei Nacht
nur von den besten Teams überhaupt einzuhalten. Mit versteckten Kontrollen
wurde ferner das Verkehrsverhalten
der Teilnehmer überprüft und sicher gestellt. Wer z.B. an einem Stopp -
Schild nicht hielt, bekam Strafpunkte auf
sein Konto.
Auf
dem Nürburgring selbst ging es um Sekunden und es wurde in Gegenrichtung
gefahren. Vorheriges Trainieren war damit ausgeschlossen.
Obwohl die
Teilnehmerzahlen stimmten und die Klasse der Fahrer, welche eine solche
Internationale
Veranstaltung überhaupt bestreiten durften nie einen Anlass zur Klage
gaben, geriet die
Rallye in Gefahr. Es
fehlte im RCM auch nicht an Idealisten, die bereit waren monatelange
Vorbereitungen in Kauf zu nehmen, um eine solche Großveranstaltung
ausschließlich mit eigenen Mitgliedern ohne die Unterstützung eines Verbands
durchzuführen. Aber
der Kampf mit den Behörden, die eine solche Rallye genehmigen mussten,
wurde immer härter.
Als 1967 trotz der für
damalige Verhältnisse ungeheuren Summe von 7000 DM für die
Vorbereitungen auch 2 Tage vor der Veranstaltung die erforderlichen
Genehmigungen noch nicht vorlagen, war das Ende absehbar. Nur ein
Machtwort des damaligen Innenministers Willy Weyer konnte die
Regierungspräsidenten, die ihr Plazet geben mussten, schließlich doch zur
Genehmigung bewegen.
So konnte wenigstens diese bis heute letzte
Internationale RCM - Eifel - Rallye noch durchgeführt werden.
Rheydter
Club für Motorsport e.V. im DMV - Dr. Gunther David - 1.
Vorsitzender